Nur ein Wort.

Hallo ihr Lieben,

aller guten Dinge sind drei. Der Inspired Blog ist sozusagen die Verschmelzung meiner ersten beiden Blogs
http://boulder-diaries.blogspot.com/ und https://yogi-days.blogspot.com/ . Worum es geht?
Um das Leben, ums Reisen und die vielen, kleinen Glücksmomente, die wir oft nicht richtig wahrnehmen weil wir irgendwann mal die Idee aufgeschnappt haben, dass MEHR besser ist. Aus Eigenerfahrung kann ich sagen, ich bin oft erstaunt darüber wie einfach es ist das Glück in den kleinen, simplen Dingen zu finden.

Zum Beispiel... in einem einzelnen Wort.

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Lasst mich das näher erklären:

Wir sind vermutlich gerade lange genug im neuen Jahr, um die ersten Neujahrvorsätze schon wieder verworfen zu haben. Ja, die lieben Neujahrvorsätze. Nämlich genau die, die wir uns vornehmen weil wir glauben etwas an uns sei nicht gut genug und müsste dringend verbessert werden. Oder wir hätten nicht genug und bräuchten daher von diesem oder jenem mehr. Genau die Vorsätze, die schon ein leichtes Unwohlsein verursachen, wenn wir auch nur an sie denken. Sie zeigen uns ja ganz deutlich auf was an unserem Leben, so wie es jetzt ist, nicht in Ordnung ist.

Das Unwohlsein ist in diesem Anfangsstadium gerade große genug, um es noch ignorieren zu können. Ist ja nicht so schlimm, lässt sich alles noch richten. Man braucht sich einfach nur an die Vorsätze zu halten. Ganz easy, oder? Und so starten viele von uns, mich eingeschlossen, mit einer netten (und üblicherweise ziemlich üppigen) Liste ins neue Jahr.

Zumeist vergehen keine zwei Wochen und plötzlich können wir uns auf wundersame Weise nur noch an drei der zehn Vorsätze erinnern. Ist ja halb so wild, drei sind auch genug. Das Unwohlsein steigt leicht an, wissen wir in unserm Inneren doch ganz genau, dass da irgendwo noch sieben andere Dinge herumlungern, an die wir uns beim besten Wissen nicht mehr erinnern können…oder wollen. Die drei Übriggebliebenen sind ein Klacks. Sollte man meinen.

Zwei weitere Wochen gehen vorbei und siehe da, im besten Fall ist noch ein guter Vorsatz übrig, den man noch nicht gebrochen hat. Was man mit dem macht? Am Besten lässt man den auch gleich links liegen, der Aufwand zahlt sich nun auch nicht mehr aus und auf den einen kommts dann ja auch gar nicht mehr an.

Und plötzlich ist alles wieder wie im alten Jahr. Es schleicht sich das ungute Gefühl ein versagt zu haben. Wieder einmal.
…aber nächstes Jahr ist ja auch noch ein Jahr.
Jetzt frage ich euch allen Ernstes: Warum tun wir uns das an?!

Dieses Jahr habe ich beschlossen den guten Vorsätzen den Hahn abzudrehen. Jawohl, ich weigere mich der an der
„In-diesem-Jahr-wird-alles-besser-weil-ich-im-Unterschied-zum-lezten-Jahr-alles-was-ich-mir-vornehme- (ganz egal wie unrealistisch)-auf-wundersame-Weise-einhalten-werde“-Bewegung noch weiter teilzunehmen.

Ich sag euch, es gibt nichts Befreienderes als die elendslange, verstaubte Vorsatzliste vom letzten Jahr von der Wand neben dem Nachtkästchen zu puhlen und in einem zeremonieähnlichen Bestattungsmoment zu zerschnipseln.
Inneres Jubelgeheul 1 : Unwohlsein 0
Aber was nun? Man will ja auch nicht ganz unmotiviert ins neue Jahr starten.

Schließlich habe ich mich für etwas entschieden, das ich meinen Yogastudenten oft anbiete bevor sie ihre Matte verlassen und in ihren Alltag zurückkehren:

Nehmt euch einen kurzen Moment und lauscht nach innen.
Gibt es da etwas, das euch inspiriert, das ihr mit in euren Tag, eure Woche nehmen wollt?
Etwas, das so simpel ist wie ein einziges Wort.

Kein Vorsatz also, viel mehr eine Intention. Etwas, das inspiriert. Etwas, an das man gerne denkt. Das einen unterstützt, anstatt dafür zu sorgen, dass man sich schlecht fühlt.
Vielleicht fällt euch sofort ein Wort ein. Oft ist das Erste, das einem in den Sinn kommt, genau das Richtige. Manchmal braucht es ein wenig länger. Es kann während einem Spaziergang auftauchen, in einem Lieblingslied, in den Zeilen eines Buches, während einer Meditation oder im Gespräch mit einem lieben Menschen. Wichtig ist, dass es sich gut anfühlt.
Dein Wort für das neue Jahr soll dir Freude bereiten, dich dazu anregen darüber nachzudenken. Kein angestrengtes Nachdenken, sondern ein freies „den-Gedanken-seinen-Lauf-lassen“.

Wie fühlt sich das Wort an? Hat es eine Form, eine Farbe? Verbindest du es mit einem bestimmten Bild oder vielleicht sogar einem Geruch? Wo taucht es in deinem Leben auf und wie kann es dich unterstützen?

Ich verrat euch jetzt mein Wort für 2018 weil ich euch zeigen möchte wie einfach es sein kann:
(da ich seit mittlerweile drei Jahren in den USA lebe ist mein Wort Englisch)

CLEAN
(sauber, rein, aufgeräumt)

Je länger ich mit diesem Wort spiele, desto mehr fasziniert es mich. Für mich geht es darum, gründlich in meinem Leben aufzuräumen. Meinen Kalender, meinen Schrank, meine Ernährungsgewohnheiten, die Beziehungen in meinem Leben und noch so einiges mehr.

Daraus entsteht kein starres Konzept, das mich zum Perfektionswahn treibt, sondern die Inspiration nach innen zu lauschen:
Trage ich dieses alte Shirt überhaupt noch? Muss ich wirklich noch ein Paar Schuhe kaufen? Wie habe ich mich gestern gefühlt, nachdem ich das Weinglas doch noch ein zweites nachgefüllt habe? Wenn ich mir die kommende Woche in meinem Kalender ansehe würde ich mich am liebsten auf die Seiten übergeben, was kann ich herunter streichen, damit ich mich wieder wohl fühle? Nachdem ich eine Stunde mit dieser oder jener Bekannten verbracht habe fühle ich mich so, als wäre ich unter einen Lastwagen geraten, ist das wirklich eine Beziehung die bereichert bzw passiert das nur selten oder ist das schon so seit unser Marley Unmengen an an Haaren verliert (also schon immer)? Was brauche ich wirklich in meinem Leben, was tut mir gut und was ist das Zeug, das ich langsam und beständig mit viel Geduld und Liebe aussortieren kann?

Hierbei geht es mir nicht so sehr darum ein Ziel zu erreichen, sondern die kleinen Momente zu genießen. Der Augenblick, als mir auffiel, dass mein Terminkalender mir Atemnot verursachte und ich begann die Dinge zu streichen, die ich bereit war gehen zu lassen. Der Tag an dem ich beschloss zum ersten Mal in meinem Leben etwas nicht zu Ende zu bringen weil es nicht im Geringsten mit dem in Einklang war, wer ich bin und was ich wirklich will (die Geschichte ist vermutlich einen eigenen Blogeintrag wert). Es gibt nichts, dass ich erreichen muss, nur viele Momente in denen ich mich an mein Wort wende wenn ich unsicher bin, nicht weiß wie ich mich entscheiden soll, mich schlecht fühle,… und siehe da, bis jetzt hat mir mein Wort fast immer eine Antwort aufgezeigt.

Meine Inspiration für euch: sucht nach eurem Wort für das neue Jahr. Spielt damit. Spürt hinein. Verändert es. Lasst es lebendig werden und staunt darüber, was daraus entsteht. Und am allerwichtigsten:
Habt Spaß dabei, es ist schließlich nur ein Wort, oder?