Inspiriert leben. Was bitte ist ein(e/r) BHAVA?!

Hallo ihr Lieben,

lasst mich kurz erklären, was ein(e/r) BHAVA ist und dann erzähle ich euch, warum genau dieser Begriff für euch interessant sein könnte. (...wenn euch das alles ein bischen zu "abstrakt" ist, überspringt einfach den ersten Teil und scrollt gleich direkt nach unten zu den Techniken) 😉
Der Ausdruck kommt, tatatataaaaaaa… aus dem Yoga. Oder einfach aus der indischen Tradition, wenn man so will. Bhava ist im Wesentlichen nichts anderes, als die Summe aller Überzeugungen, die man in sich trägt. Bewusst, oder unbewusst. Praktisch die Weltanschauung, mit der man durchs Leben geht. Man kann sich das auch wie eine Brille vorstellen, die man sich aufsetzt und deren Gläser das formen, das man als „Realität“ wahrnimmt (Gut und Böse, Angenehm und Unangenehm, Erstrebenswert und Bedeutungslos, Glück und Drama, usw).
In Indien ist man überzeugt davon, dass Bhava so kraftvoll ist, dass es die Realität in der wir leben beeinflusst.

Bhava erzeugt Realität.

Fakt ist, dass wir konstant an dem einen oder anderen Bhava festhalten und uns damit identifizieren. Sei es unser Job, die Rolle die wir in der Familie spielen, ob wir glauben für alles was um uns herum geschieht verantwortlich zu sein, oder das Gefühl haben, dass man immer der Pechvogel ist,… All diese Überzeugungen schaffen die Realität in der wir leben. Sie stellen das dar, was wir als „wahr“ empfinden. Wenn wir uns für einen kurzen Moment erlauben, die „Bhava-Brille“ einer anderen Person aufzusetzen und die Welt durch deren Gläser betrachten, stellen wir sehr schnell fest, dass es plötzlich nicht mehr nur unsere Sichtweise gibt, sondern auch noch unendlich viele andere. Zum einen ist es erschütternd, weil wir plötzlich feststellen, dass das was wir für die (einzige) Wahrheit gehalten haben, nicht immer zutreffend ist. Zum anderen öffnet uns diese Erkenntnis aber auch Tür und Tor für Dinge, die wir für dahin vielleicht sogar für undenkbar hielten. Und plötzlich ist so viel mehr möglich, denn wir stellen fest, dass das was uns bis dahin eingeschränkt hat einzig und allein unsere Wahrnehmung der Realität war.

Sogar die Umsetzung in die Praxis hat einen eigenen Begriff. Nachdem wir nun schon den Begriff Bhava verinnerlicht haben, ist der Name der zugehörigen Umsetzung in die Praxis relativ simpel: „BHAVANA“.
Bhavana bedeutet nichts anderes als das bewusste Erschaffen seiner eigenen Realität. Das aktive Kreieren eines inneren Bhava, eines inneren Reiches, das nicht einengt und verurteilt, sondern Raum und Offenheit schafft. Plötzlich sind wir nicht mehr die Marionetten unserer unbewussten Gedankenmuster und Überzeugungen, sondern setzen uns selbst hinters Steuer und entscheiden wohin die Reise geht. Mit dem Wissen allein sind wir aber noch nicht am Ziel.
Wie bei jeder Praxis geht es darum … das Wissen in die Tat umzusetzen.
Ganz gleich ob der Anfang leicht ist, weil man spürt, dass es sich lohnen wird, oder ob es ein wenig an innerlicher Überzeugungsarbeit kostet - wenn man einmal dabei bleibt wird jene innere Welt aus Überzeugungen und Weltanschauungen, die man bewusst schafft, zur Gewohnheit…und schließlich zu der Realität in der man lebt. Das Gefühl oder Gedankengut, das man bis dahin bewusst immer wieder praktiziert hat, wird zu einem neuen Muster, das schließlich spontan auftritt, ohne dass wir lange darüber nachzudenken oder weiter daran zu arbeiten brauchen. Wir haben die eigenständige Entscheidung getroffen, die Realität in der wir leben, in der sich unsere Gedanken, Emotionen und Erfahrungen bewegen, zu gestalten.

Klingt kompliziert? Ist es nicht!
Es gibt unzählige Möglichkeiten, um mit seinem persönlichen Bhava zu arbeiten. Spielerisch und ohne Zwang, je nachdem was sich für dich richtig anfühlt. Ich zeige euch in diesem Blogeintrag ein paar Methoden, die ich für mich zur Gewohnheit gemacht habe und von denen ich persönlich weiß, dass sie Veränderung bringen. Wenn euch das Thema interessiert und ihr gerne mehr über Tools und Techniken erfahren wollt, lasst es mich wissen und ich fülle gerne einen weiteren Blogeintrag (…oder auch zwei) mit Techniken, von denen ich begeistert bin und die mir schon viel geholfen haben. Das Gute daran ist, ihr braucht nicht all die Dinge die ich hier aufliste zu tun, um Veränderung zu schaffen. Manches spricht euch vielleicht sofort an, anderes weniger. Wenn ihr Zeit habt alles zu machen - super. Wenn ihr nur eine einzige Technik davon auswählt und über den Verlauf von ein paar Wochen/Monaten praktiziert ist das mindestens genauso gut. Wichtig ist nur, dass ihr dabeibleibt. Wenn man mal einen Tag ausfallen lässt ist das kein Weltuntergang, setzt einfach am nächsten Tag genau wieder dort an, wo ihr aufgehört habt. Sucht euch etwas aus, das euch anspricht, spielt damit, findet einen Weg, es in euren Alltag zu integrieren. Ein paar Minuten reichen oft aus, um mit kleinen, konstanten Schritten große Veränderungen zu schaffen.
Genug herumphilosophiert, hier ein paar einfache, simple Techniken mit großer Wirkung:

Großen Dank hierbei an meine beiden Schwägerinnen, die mir mit ihren liebevollen Geschenken (bewusst oder unbewuust) bei meiner „Bhavana-Praxis“ geholfen haben:

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I.

Das erste Geschenk war ein kleines Büchlein, das sich „Tiny Buddha’s Gratitude Journal“ („Buddhas kleines Dankbarkeitstagebuch“) nennt. Jeden Abend bevor ich die Nachttischlampe ausknipse beantworte ich eine der Fragen, die auf jeder Seite ganz oben stehen. Das Ganze dauert nicht länger als fünf Minuten, inspiriert mich persönlich aber tausendmal mehr als die Stunde, die ich davor vor dem Fernseher verbracht habe. Das Gute daran, man braucht sich dieses Büchlein nicht gleich auf Amazon zu bestellen (Obwohl ihr das natürlich könnt, ich kann es nur weiterempfehlen. Achtung: ist in Englisch). Ich geb euch hier einfach ein paar Beispiele von denen ich denke, dass sie euch inspirieren könnten und wenn mit den Fragen die ich gleich unten aufliste durch seid - fangt einfach wieder von vorne an oder … lasst euch selbst ein paar Fragen einfallen:

-          Was war das Beste, das dir bis jetzt passiert ist und was genau ist es, dass dich dankbar dafür macht?

-          Sieh dir die Umgebung, in der du dich jetzt gerade befindest an. Finde drei Dinge, die du schätzt.
           Was daran findest du schön, beruhigend, inspirierend oder auf irgendeine andere Art und Weise besonders?

-          Ich bin dankbar, dass ich gesund genug bin um …

-          Welche Plätze (Städte, Strände, Restaurants, Zuhause von Freunden oder Verwandten, …) schätzt du am meisten und warum?

-          Obwohl ich vielleicht nicht reich bin, bin ich dankbar dafür, dass ich genug Geld habe um …

-          Welche Geräte in deinem Haushalt schätzt du am meisten und warum?

-          Was schätzt du am meisten, wenn du Zeit in der Natur verbringst?

-          An welche Person denkst du als erstes, wenn du das Wort „Spaß“ hörst?
           Welche lustigen Momente hast du mit dieser Person erlebt und was schätzt du sonst noch an ihr?

-          Was ist etwas, dass du in letzter Zeit an deiner Arbeit geschätzt hast?
           Wenn du gerade nicht arbeitest, was sind die Vorzüge davon, gerade in keinem Arbeitsverhältnis zu stehen?

-          Ich bin dankbar dafür, dass es nie schwer für mich war zu…

-          Obwohl ich vielleicht nicht alles habe was ich will, habe ich doch alles was ich brauche, zum Beispiel …

-          Welche TV-Shows, Filme, Bücher, Artikel,… haben dich zuletzt berührt und inspiriert?
           Warum hatten sie so einen positiven Einfluss auf dich und was daran hast du am meisten genossen?

-          ….

…vielleicht übersetze ich euch das ganze Büchlein einmal auf Deutsch. (Ganz uneigennützig natürlich ... allein das Tippen der Fragen macht mich schon glücklich 😊 )

II.

Bevor ich das Büchlein hatte, habe ich eine simplere Technik angewandt, die euch vielleicht mehr zusagt. Es sind immer die selben
3 Fragen, die ich jeden Abend mit wenigen Sätzen beantwortet habe:

1)      Wem habe ich heute geholfen?

(Das braucht kein „großer Dienst“ an jemand anderem zu sein. Meist sind es die kleinen Dinge. Vielleicht habt ihr euch Zeit genommen jemandem zuzuhören, für jemanden gekocht, eurem Hund einen längeren Spaziergang gegönnt,…vielleicht habt ihr euch selbst geholfen, indem ihr euch Zeit genommen habt mal was Gutes für euch zu tun.)

2)      Wodurch bin ich heute wieder ein Stück gewachsen?

3)      Was war heute mein schönster Moment?

Drei simple Fragen. Nicht lange darüber nachdenken, nicht schon zensieren bevor der Stift überhaupt das Papier berührt, einfach drauflosschreiben. 3-5 Minuten, vielleicht 10 oder auch länger. Ja nach Zeit und Laune aber dafür konstant jeden Abend.

III.

Für die „3 Fragen“ habe ich das Büchlein meiner anderen Schwägerin verwendet. Dafür und um darüber zu schreiben worauf ich mich am nächsten Tag freue, wobei wir bei der nächsten Technik angekommen sind.
Wieder gilt: Nicht zu lange nachdenken, einfach drauflosschreiben. Auf was freut ihr euch, wenn ihr an den kommenden Tag denkt? Es kann etwas so Simples sein wie der Geruch von frischem Kaffee am Morgen, die zehn Minuten, die man für einen Mittagsspaziergang einplant, das Treffen mit einer Freundin, das nächste Kapitel eines guten Buches, das man gerade liest… Entweder denkt man darüber nach bevor man am Abend einschläft (ein paar Wörter reichen, dafür braucht es oft nicht einmal 5 Minuten), oder aber man hat Zettel/Büchlein/… und Stift neben dem Bett bereitliegen und es ist das Erste, das man tut und worüber man nachdenkt, bevor man frühmorgens die Beine aus dem Bett schwingt. Ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen, es verändert die Art und Weise wie man in den Tag startet und beeinflusst auch den restlichen Verlauf des Tages mehr als man im ersten Moment vermutet!!

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Wenn ihr mit diesen Übungen beginnt könnt ihr euch einfach ein Blatt Papier oder einen Block schnappen, den ihr gerade zur Hand habt. Eben das, was gerade da ist. Hauptsache ihr beginnt. Über kurz oder lang würde ich aber jedem anraten sich ein kleines Büchlein zu besorgen, dessen Aufmachung einem zusagt und zum Schreiben anregt. Man bleibt viel eher dabei, wenn man dafür etwas zur Hand nimmt, das einem selbst Freude bereitet (lasst euch ruhig Zeit bei der Auswahl eures Büchleins oder vielleicht gestaltet ihr den Umschlag sogar selbst nach Lust und Laune) und das nur für diesen einen Zweck benutzt wird.

Ich verwende mein Büchlein auch für Affirmationen, Visualisierungen und anderes. Lasst mich wissen, wenn euch das interessiert, ich schreibe gerne darüber und erzähl euch ein bisschen wie das so funktioniert und in meiner Praxis aussieht 😊 Natürlich ist es auch hilfreich sein Umfeld bewusst und achtsam zu gestalten. Ein positives Umfeld zu schaffen kann Wunder wirken, aber auch das ist ein eigener Blogeintrag für sich – gtb mir einfach bescheid, wenn ihr mehr darüber erfahren wollt.

Zum Abschluss noch etwas, dass ich 2017 zum ersten Mal ausprobiert habe und worüber ich schlichtweg begeistert war. Ich habe zu Beginn des Jahres ein „Vision-Board“ kreiert. Ich bin heute noch ehrfürchtig (mir fällt wirklich kein anderes Wort ein, um das besser auszudrücken), wenn ich daran denke was sich in diesem Jahr alles für mich erfüllt hat. Ich glaube wir alle unterschätzen die Kraft, die in uns steckt und mit der wir unsere Realität erschaffen können, wobei ein Vision-Board nichts ist, dass viel Zeit und Mühe kostet, sondern ganz im Gegenteil, etwas ist, dass Spaß macht und leicht geht. Hier die Anleitung dazu:

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IV:


Einfach ein Zeitfenster am Kalender mit „Vision-Board-Gestalten“ markieren, damit man sich sonst nichts anderes vornimmt und auch nicht gestört wird. Die Lieblingsmusik einlegen oder Stille genießen und los geht’s:
Beginn damit, dir zu überlegen, was du dir für das neue Jahr wünscht. Erlaub dir dabei deinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Nichts ist unmöglich, es sei denn du redest es dir selbst ein. Ob es jetzt ein Urlaub/eine Reise ist, ein neues Auto, mehr Geld, das Wiedersehen mit einem bestimmten Menschen, ein Projekt, das du verwirklichen willst, eine bestimmte Tätigkeit, die du erlernen möchtest, … Vielleicht möchtest du mehr Glück, Gelassenheit, Mut, Vertrauen, … in dein Leben einladen. Lass deiner Fantasie, deinen Gedanken, deinen Träumen freien Lauf.
Wichtig ist dabei, dir nicht das Hirn darüber zu zermartern, wie du zu diesem Ziel kommst und damit die ersten Ideen auch gleich wieder zu verwerfen. Darum geht es herbei nicht. Ausnahmsweise lassen wir den Weg dorthin mal außer Acht. Für manche Ziele wird es unumstößlich sein, dass man dafür arbeitet, für andere wiederhin braucht man einfach Vertrauen. Aber all das rückt in diesem Moment in den Hintergrund. Jetzt gerade geht es nur um das Folgende: Was ist es, dass du dir für das neue Jahr wünscht?

Und dann leg los:

  • Vielleicht willst du deine Träume und Ideen erst mal ordnen und sie niederschreiben. (Dinge aufzuchreiben kann ein unglaublich kraftvoller Prozess sein).

Oder aber du kannst auch gleich mit dem Gestalten loslegen, wenn dir das lieber ist. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt:

  • Im letzten Jahr habe ich Magazine mit wunderschönen Bildern zusammengesammelt und jene ausgeschnitten, die meine Visionen und Ziele für das Jahr unterstützen. Das können Symbole, Zitate oder auch Fotos sein. Vielleicht hast du auch selbst irgendwo Bilder, die du einmal geknipst hast, oder du zeichnest und skizzierst gerne. Es können ganz einfache Dinge sein, solange es dich an die Vision, die du damit verknüpfst, erinnert.
  • Das Ganze kann man entweder als einzelne Bilder an der Wand drapieren (vielleicht im Schlafzimmer, wo ihr es jeden Morgen und Abend seht, es aber vor den neugierigen Blicken von anderen geschützt ist).
  • Oder ihr klebt die Bilder, Ausschnitte, Zeichnungen, … auf ein großes Blatt Papier und gestaltet so eine Collage (habe ich letztes Jahr gemacht). Das lässt sich dann auch rahmen und aufhängen.
  • Oder aber ihr gestaltet eine Doppelseite in eurem Büchlein mit den Bildern, Zitaten, Zeichnungen, … wobei es hierbei aber wichtig ist, dass ihr jeden Tag einen Blick auf die „Vision-Board-Seite“ werft, was natürlich einfacher ist wenn es irgendwo offensichtlich und unübersehbar an der Wand angebracht ist.
    Ihr könnt natürlich auch den Umschlag eures Büchleins zum Vision-Board machen.
  • Für diejenigen unter euch, die gerne und viel mit dem Computer arbeiten: Einfach passende Bilder, Sprüche, … auf z.B. Pinterest suchen, in ein Querformat Word Dokument kopieren, zu einer Collage anordnen (und von .pdf zu .jpg umwandeln) und als Desktop Hintergrund verwenden (habe ich heuer gemacht). Wenn ihr viel am Computer arbeitet ist das eine super Möglichkeit gleich mal positiv mit der Arbeit zu beginnen. 😊
  • Wenn ihr absolut kein „Basteln“ mögt – schreibt über eure Visionen für das neue Jahr. Geht dabei ins Detail, seid kreativ, seid ausführlich oder vielleicht auch ganz sparsam mit den Worten. Um es anders zu formulieren, findet einen Weg, der euch zusagt und Spaß macht.

Ein Vision-Board kann in einer Stunde fertig sein, oder ihr könnt auch mehrere Tage lang daran arbeiten.Manches davon geht vielleicht noch im selben Jahr in Erfüllung, andere Dinge mögen für das nächste Jahr bestimmt oder Langzeitträume sein. Versucht, die Erwartungshaltung und das Kategorisieren und Verurteilen so gut wie möglich außen vorzulassen.

Erlaubt euch zu träumen. Seid mutig. Und vor allem, seid stolz auf euch, denn es ist ein erster, aktiver Schritt, um die Welt in der ihr lebt und eure Realität bewusst zu gestalten.

Alles Liebe, Marina