Gut genug.

Selbstliebe – DU bist dein wertvollstes Projekt!

Wie wir im Außen auftreten hängt zu einem großen Teil davon ab, wie wir uns in unserem Inneren fühlen.

Zum Beispiel würde niemand von uns eine Dose roter Farbe kaufen und erwarten,
dass sie blau wird, sobald wir sie an die Wand streichen, oder?
Wir alle wissen, dass das so nicht funktioniert. Die Farbe in der Dose ist dieselbe Farbe, wie die an der Wand.
Wie kommt es also das wir tatsächlich glauben, dass die Art und Weise wie wir mit uns selbst umgehen,
sich nicht auch in den Begegnungen mit unserer Außenwelt wiederspiegelt?!

Die „Farbe“, mit der wir unser Inneres ausmalen, ist die „Farbe“, mit der wir unser Außen streichen.


Ein anderes Beispiel:

Ihr erinnert euch alle daran wie es sich anfühlt frisch verliebt zu sein, oder?
Wie könnte man dieses Gefühl auch vergessen.
Man sieht all das Wunderbare, all das Schöne in der anderen Person.
Wer verliebt ist kritisiert nicht (oder kaum). Der andere kann so gut wie nichts falsch machen.
Im Umgang mit dieser Person sind wir besonders geduldig, aufmerksam und liebevoll.
Wir brauchen uns nicht einmal Mühe zu geben, es fällt ganz leicht, schließlich sind wir verliebt.

Was wäre, wenn wir uns selbst so begegnen könnten?
Wenn wir uns ein ganz kleines bisschen in uns selbst verlieben würden.
Wäre das nicht schön?

Was das Ganze noch einmal wertvoller macht, in Gegenwart eines verliebten Menschen kann man die Liebe auch selbst spüren.
Es ist, als würde sie auf einen überspringen.
Wenn Liebe gegenwärtig ist, hat sie die wunderbare Gabe ohne besondere Mühe auf das Außen zu wirken und es mitzuformen.

Am Ende geht es also nicht ausschließlich darum, welche Intentionen wir im Umgang mit anderen haben,
wie viel Liebe wir für die Menschen um uns herum in unserem Herzen tragen.
Alles beginnt damit, wie wir uns selbst begegnen, wie liebevoll wir mit uns selbst umgehen.

Photo by Tj Holowaychuk on Unsplash.jpg

Dabei geht es nicht um “egoistisch” und “selbstsüchtig”
sondern viel mehr darum, vergeben zu lernen.
Anderen. Und auch uns selbst.

Doch anstatt uns so anzunehmen wie wir sind,
versuchen wir ständig uns zu reparieren.
Die Worte „Nicht genug.“ hallen
immer und immer wieder durch unsere Köpfe.
(Wir fühlen uns nicht hübsch genug, schlau genug, erfolgreich genug, ausgeglichen genug, …)
Es sind die stummen Vorwürfe, die oft lautlos, aber nicht minder gewaltsam, die Begegnung mit uns selbst und anderen formen.
Wir richten über andere und uns selbst und vergleichen dann. Ganz gleich was dabei herauskommt, am Ende gewinnt bei diesen Vergleichen niemand.

Daher ist es wichtig zu begreifen, dass die Liebe die wir uns selbst geben, unmittelbar damit verknüpft ist,
mit welchem Ausmaß an Liebe und Gewaltlosigkeit wir unseren Mitmenschen begegnen können.

Liebe braucht Mitgefühl.
Aus Mitgefühl wächst Friede …

Mitgefühl entsteht, wenn wir aufhören uns von unseren Ängsten leiten zu lassen.
Dazu müssen mir bereit sein die Grenzen unserer fixen Ideen und Vorstellungen ein wenig zu lockern.
Wir lernen Mitgefühl, wenn wir damit aufhören uns selbst und die Menschen in unserem Umfeld verändern zu wollen.
Mitgefühl entsteht, wenn wir andere und die Realität, in der sie leben, genauso annehmen, wie unsere eigene.

Mitgefühl ist immer eine innere Antwort auf das, was im Moment passiert.
Es ist vielmehr ein Bauchgefühl, als etwas, dass im Kopf entsteht.

Mitgefühl braucht Mut, um aktiv zu werden - daher sind die Übungen der vorhergegangenen Woche auch so wichtig.
Wenn wir stark für uns selbst sein können,
dann fällt es uns auch leichter Mut und Mitgefühl im Umgang mit anderen zu finden.

Im Umgang mit anderen Menschen wird unser Denken oft von Vorurteilen und Erwartungen bestimmt.
In diesen Momenten ist es besonders wichtig eines nicht zu vergessen:



„Jedes Paar Augen, in das du blickst,
hat mit großer Wahrscheinlichkeit etwas durchgemacht,
dem du (noch) nicht gewachsen bist.“


Lucille Clifton, frei übersetzt



Wenn wir diese Tatsache in allen Begegnungen mit anderen Menschen berücksichtigen,
wenn wir uns daran erinnern, dass so gut wie jeder eine für uns unsichtbare Verletzung trägt, die sein Handeln mitbeeinflusst,
dann wird es ein wenig leichter vorgefertigte Meinungen fallen zu lassen und anderen Menschen mit mehr Mitgefühl zu begegnen.

Ahimsa, das Prinzip der Gewaltlosigkeit, mit all seinen verschiedenen Gesichtern,
ist also nicht mehr und nicht weniger als die Einladung
sich selbst,
den Menschen um uns
und unserer Welt
liebevoll und mit mehr Mitgefühl zu begegnen.

Wir üben den Mut wir selbst zu sein und lernen dabei, anderen genau dasselbe Recht zuzugestehen.


ÜBUNG 1:

Beginne zwischen den Momenten zu unterscheiden, in denen du den Menschen um dich herum mit Mitgefühl begegnest
und sie auf ihrem eigenen Weg begleitest
und erkenne jene Momente, in denen du den anderen verteilst
und versuchst ihn und sein Leben nach deinen Vorstellungen zu verändern.

Die Idee „besser“ zu sein oder „es besser zu wissen“ ist trügerisch.
Niemand ist perfekt.
Wahres Mitgefühl beginnt mit dem Mut zu vergeben.
Sich selbst … und anderen.



ÜBUNG 2:

Stell dir vor du wärst genug.
Ganz genau so, wie du jetzt gerade bist.

Es ist ein kleines, aber unglaublich kraftvolles Experiment:

Versuch über den Verlauf der nächsten Tage keine Erwartungen an dich selbst zu stellen.
Es gibt nichts an dir, dass du zu verurteilen oder zu kritisieren brauchst.
Du brauchst dich mit niemandem zu vergleichen, mit niemandem zu konkurrieren.
Du brauchst nicht mehr (oder weniger) zu sein, als du jetzt, in diesem Moment, gerade bist.

Photo by Alex Block on Unsplash.jpg

Denk nicht zu lange darüber nach. Probier es aus.
Was erlebst du dabei?
Was zu Beginn einer solche Übung oft sofort auffällt ist,
wie hart wir mit uns selbst ins Gericht gehen.
Lasst euch von dieser Erkenntnis nicht entmutigen.
Das Erkennen ist der erste Schritt.
Der nächste wird es dann sein,
alte Vorurteile durch neue Denkmuster zu ersetzen.

Probier es aus und versuch dabei
neugierig und offen zu bleiben.

Wie fühlt es sich an, wenn du dir
mehr Geduld, mehr Freude, mehr Liebe
im Umgang mit dir selbst erlaubst?


PS.:
Es kann helfen, deine Erlebnisse mit dieser Übung am Ende des Tages in einem Büchlein zu notieren.
Vielleicht möchtest du dich aber auch nur kurz hinsetzen und deine Erfahrungen im Kopf Revue passieren lassen.

*AllesLiebe,
Marina ღ

„Schlussendlich haben wir nur eine moralische Verpflichtung:

Unseren inneren Frieden zurückzufordern,
um ihn so auch mit anderen teilen zu können.

 Je mehr Frieden wir in uns selbst finden,
umso mehr Frieden bringen wir in unsere aufgewühlte Welt.“

 Deborah Adele